Im Rahmen einer Medienkonferenz haben die Mitglieder des Gemeindeausschusses am Freitag, 5. Dezember 2025 die ersten 200 Tage ihrer Amtszeit Revue passieren lassen.
Unisono bestätigten sie das angenehme Arbeitsklima, die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie untereinander, als Team Gemeindeausschuss. „Neben Zahlen und Ziegeln liegt mein Fokus eindeutig auf der Teamarbeit“, betonte Bürgermeister Bruno Wolf. Er war es dann auch, der als erster auf die 200 Tage zurückblickte und einige Projekte hervorhob, darunter die Erneuerung des Kindergartens in Stegen mit Baubeginn im Frühjahr 2026. Der Kindergarten wird energetisch saniert und räumlich angepasst. Nach Fertigstellung werden dort anstatt der bisher zwei, drei Gruppen Platz finden. Außerdem wird eine Kindertagesstätte errichtet.
Im Bereich Mobilität seien für den Kreisverkehr beim Milchhof Bruneck wichtige Weichen gestellt, so Wolf. Mit dem Land werde eine Konvention abgeschlossen. Die Gemeinde übernimmt die Planung, Ausschreibung und Ausführung, mit den Grundeigentümern werden Gespräche aufgenommen. Auch der neue Nordring nehme mit der kürzlich erfolgten Einleitung des Verfahrens zur Bauleitplanänderung durch das Land konkrete Formen an – siehe eigene Pressemitteilung
Dass der Bürgermeister Ansprechpartner für sämtliche Angelegenheiten, von persönlichen Befindlichkeiten bis hin zu millionenschweren Projekten ist, sei sein Tagesgeschäft, sagte Wolf. Unter die Großprojekte fällt auch die Umfahrung St. Georgen, für die sich der Bürgermeister zum Ziel gesetzt hat, innerhalb von fünf Jahren eine Lösung zu finden.
Investitionen in die Jugend von über 5 Millionen Euro
Vizebürgermeister Antonio Bovenzi berichtete über die Arbeiten an der italienischen Mittelschule Don Milano, wo dank gezielter baulicher Maßnahmen ein Souterrain geschaffen werden konnte, das nun unter anderem einen Werkraum, einen Medienraum und einen Raum für das Lehrpersonal beherbergt. Fast abgeschlossen, bis auf den Aufzug, sind auch die umfangreichen Arbeiten an der italienischen Grundschule Galileo Galilei. Und immer im Bereich der Investitionen in die Jugend, nannte der Vizebürgermeister auch den Skatepark, der sich in eben dieser Zone in der Fertigstellungsphase befindet.
Zum Haus der Vereine sagte Vizebürgermeister Bovenzi, dass Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Struktur auf dem Programm stehen, darunter die Errichtung einer Außentreppe zur besseren Erreichbarkeit, die Verbesserung der Beleuchtung sowie der Einbau einer Küche zur gemeinschaftlichen Nutzung der Vereine.
Mittagstisch und Naherholung
Mit dem Mittagstisch für Grundschulkinder, der sich mittlerweile in der Realisierungsphase befinde, ist Stadträtin Julia Engl ein Vorhaben angegangen, dass bereits jahrelang auf der Tagesordnung der Gemeindeverwaltung stand. An die 120 Kinder sind verbindlich für den Mittagstisch von Montag bis Donnerstag ab dem kommenden Schuljahr angemeldet worden. Die Gemeindeverwaltung arbeite an der Umsetzung, wobei vom Land noch die Zusage für das zusätzlich benötigte Personal kommen müsse. Die Stadträtin bedankte sich bei den Eltern, die sich bereit erklärt haben, die Aufsicht zu übernehmen.
Ein Schneehügel sowie ein kleiner Eislaufplatz werden demnächst im Bereich des ehemaligen Eisstadions entstehen, damit Familien mit kleineren Kindern auch im Winter zentrumsnah eine Möglichkeit zur Freizeitgestaltung haben. Das Angebot könne dank der Unterstützung des Tourismusvereins, der Freiwilligen Feuerwehr, des CRON4, das die Toiletten des Freibades zur Verfügung stellt, sowie eines engagierten Bürgers realisiert werden, betonte Stadträtin Engl.
Klimamonat und Chancengleichheit
Mit dem Klimamonat und den Initiativen zur Chancengleichheit habe sie in den ersten Monaten ihrer Amtszeit vor allem auch wichtige Botschaften nach außen tragen wollen, betonte Stadträtin Stefanie Peintner. Sie sieht in der Auszeichnung KlimaGemeinde Gold einen klaren Auftrag, der Klimakrise durch gezielt abgestimmte Entscheidungen auf lokaler Ebene entgegenzuwirken. Das große Interesse der Bevölkerung an den Veranstaltungen zum Klimamonat beweise, wie präsent die Thematik unter den Menschen aller Altersgruppen sei, freute sich Stadträtin Peintner.
Auch für die Mitarbeit am kürzlich eingesetzten Integrations- und Migrationsbeirat sei das Interesse groß gewesen, so Peintner. Der Beirat bringe die Anliegen im Bereich Integration direkt in die zuständigen Stellen der Verwaltung und sei somit ein bedeutendes Bindeglied. An geschlechtsunabhängiger Chancengleichheit arbeite man im Netzwerk RE.A.DY, gemeindeintern in Zusammenarbeit mit Gemeinderat Fabian Fistill. Mit der am 25. November stattgefunden ALLE IN ROT-Aktion auf dem Rathausplatz habe die Gemeinde ein Zeichen der Solidarität zum Tag gegen Gewalt an Frauen gesetzt.
Vereinshaus Reischach und Spazierwege
Als Stadtrat für Wirtschaft und Tourismus setze er vor allem auf Dialog und regelmäßigen Austausch mit den Interessensgruppen, berichtete Daniel Schönhuber. Genauso wichtig seien diese auch im Bereich des privaten Bauwesens. Er nütze die Möglichkeiten bei Bauprojekten vorab sämtliche potenzielle Ungereimtheiten zu klären, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Im Bereich Stadtbauhof lag sein Fokus auf der dauerhaften Sanierung der beiden beliebten Spazierwege bei der Lamprechtsburg und vom Seeböckhaus Richtung Schloss.
Besonders erfreulich für seine Aufgabe als Stadtrat für das Dorf Reischach sei für ihn die Sanierung des Vereinshauses Haus am Anger, das am 21. Dezember wiedereröffnet wird. Neben verschiedenen energetischen Sanierungsmaßnahmen konnte mit der Erneuerung der Küche auch einem großen Wunsch der zahlreichen Reischacher Vereine nachgekommen werden.
Wohnlösungen, die dem demografischen Wandel gerecht werden
Der mit dem demografischen Wandel einhergehenden Notwendigkeit neuer Wohnformen, werde man bald mit dem ersten Projekt eines betreuten und begleiteten Wohnens in den ehemaligen Höfen Raderbauer und Kanins ins St. Georgen nachkommen, berichtete Stadtrat Lukas Neumair. Dort entstehen 10 Wohnungen für 20 Personen 65+, die keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung brauchen, wohl aber gewisse Formen der Unterstützung. Die neue Struktur wird unter anderem auch eine Arztpraxis, Gemeinschaftsräume und ein kleines Museum beherbergen.
Für eine zweite, in Bruneck neue Wohnform, das Mehrgenerationenhaus in der ehemaligen Villa Igea erneuerte Stadtrat Neumair die Einladung, vor allem an junge Menschen, Teil einer Arbeitsgruppe zu werden, die von Jänner bis Juni 2026 das Wohn- und Raumkonzept für das Mehrgenerationenhaus ausarbeitet. Gemäß dem Leitsatz „Wir schauen uns zuerst das Leben an, bevor wir Wände bauen!“ sei dieser partizipative Prozess ins Leben gerufen worden.
Stadtrat Hannes Niederkofler, in dessen Zuständigkeitsbereich die Gemeindeplanung, Mobilität, Landwirtschaft, Ortspolizei und Kultur für die deutsche Sprachgruppe fallen, war bei der Medienkonferenz krankheitsbedingt abwesend.
von links: Daniel Schönhuber, Antonio Bovenzi, Stefanie Peintner, Bruno Wolf, Julia Engl, Lukas Neumair; es fehlt Hannes Niederkofler